Kinderpartizipation als Innovationskraft für unsere Gesellschaft

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der ZDF-Kindernachrichtensendung logo! konzipierte und organisierte SCRIPT 2009 die Fachtagung „Ich kann. Ich darf. Ich will.“ Der vom Deutschen Kinderhilfswerk und der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützte Kongress am 12. und 13. November 2009 im ZDF-Sendezentrum in Mainz war der Höhepunkt des logo!-Geburtstagsjahres: Mehr als 370 Teilnehmer diskutierten die Chancen und Grenzen der sinnvollen Kinderbeteiligung. Schirmherr war der Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent Detlev Buck.

Kinder beteiligen – mit Augenmaß

Was verstehen Experten unter Kinderpartizipation? Wo können und wollen Kinder heute sinnvoll mitreden? Was bedeutet wirkungsvolle Teilhabe für ihre Lern- und Persönlichkeitsbiografie? Mit diesen und weiteren Fragen befassten sich auf der Fachtagung im ZDF-Sendezentrum Kinderbeauftragte, Stadtplaner, Wissenschaftler, Pädagogen und Repräsentanten aus (Kinder-)Politik, Kultur, Medien und Wirtschaft. Wesentliche Impulse zum Thema lieferte eine erstmalig erhobene, repräsentative Studie der ZDF-Medienforschung zur Kinderbeteiligung in Deutschland (Video) – die Sie rechts auch als Pdf-Dokument herunterladen können.

Beteiligung braucht Orientierung und Selbstvertrauen

Namhafte Gastredner gaben auf der Fachtagung den Anstoß für eine thematisch vielseitige Auseinandersetzung mit dem Gegenstand Kinderpartizipation: Mit seiner Streitschrift „Lob der Disziplin“ hatte Bernhard Bueb im Jahr 2006 die Erziehungsdiskussion neu angeregt. Darin und in seinem aktuellen Buch „Von der Pflicht zu führen“ mahnt er die Vorbildfunktion von Erwachsenen an. Dass dies kein Widerspruch zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist, erläuterte Bueb auf der logo!-Fachtagung in einem „Zwischenruf" (Video). Und Prof. Dr. Matthias Jerusalem von der Humboldt-Universität Berlin legte in seinem Vortrag (Video) dar, wie die Beteiligung von Kindern eine Selbstwirksamkeitsspirale in Gang bringen kann: Zuversicht in eigenes Können stärkt Motivation und Willenskraft. Wer sich etwas zutraut, setzt sich höhere Ziele und verfügt über eine größere Bereitschaft sich anzustrengen.

Beteiligungspotentiale erfahrbar machen

Welchen Chancen und Potentiale bieten Beteiligungsprojekte im Lebenszusammenhang von Kindern? Schule, Umwelt, Medien, Sport und Stadtplanung – sechs ausgewählte „good practice“-Projekte stellten auf der Tagung ihre Arbeitsweise, ihren Beteilungsansatz und ihre Praxiserfahrungen zur Debatte:

spinxx.de – das onlinemagazin für junge medienkritik
Spielleitplanung Steinfurt
buntkicktgut – interkulturelle straßenfußball-liga münchen
Klassenrat der Grundschule Süd in Landau / Pfalz
Kinderwald Hannover
Baumhausprojekt Nordwalde

Anschließend wurde in sechs Workshops das Thema Kinderpartizipation von Forschern und Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet:

• Wie schaut die Resilienzforschung auf Kinderbeteiligung?
• Was sagt die moderne Familienforschung zur Teilhabe von Kindern?
• Warum sind Medienkompetenz und Beteiligung zwei Seiten derselben Medaille?
• Wie funktioniert Stadtplanung mit Kindern?
• Wie setzt moderne Werteerziehung auf die Partizipation von Kindern?
• Was bedeutet Beteiligung aus systemischer Sicht?

Zukunft durch Beteiligung

Welche Bedeutung hat Kinderbeteiligung in einer Gesellschaft lebenslangen Lernens? Über die Funktion von Partizipation in der Wissensgesellschaft diskutierten auf dem von Steffen Seibert moderierten Abschlusspodium der Tagung der ZDF-Intendant Prof. Markus Schächter, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der Autor und Pädagoge Dr. Bernhard Bueb, Microsoft-Managerin Angelika Gifford, die Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages Ekin Deligöz sowie der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes und der Bundeszentrale für politische Bildung Thomas Krüger. Die Diskussion wurde am 17. November 2009 vom Medienpartner PHOENIX in der Sendung „Vor Ort“ übertragen.

SCRIPT erstellte das Konzept für die logo!-Fachtagung, übernahm das gesamte Einladungsmanagement und koordinierte als Projektbüro die Zusammenarbeit von Referenten und Veranstaltern.