Die 10 Gebote für integere Kommunikation („Gutes Schreiben")

Von Prof. Dr. Klaus Kocks und Michael Behrent

Angesichts der Krise journalistischer Medien und der zunehmenden Verantwortung der Unternehmen für die Qualität von veröffentlichter Information und öffentlicher Kommunikation, haben wir uns im Rahmen eines kleinen Weinseminars Gedanken gemacht, ob es eine gemeinsame Qualitätsvorstellung für publizistisch tätige Menschen in unterschiedlichen Berufsrollen als PR-Leute, Journalisten, Blogger etc. geben könnte.

Als wir wieder nüchtern waren, haben wir unsere Überlegungen einem bekannten Wirtschaftsethiker vorgelegt, der sie für präsentabel hält – bis auf das zehnte Gebot. Wir halten aber daran fest, weil wir uns eine bessere Form der Forderung nach Demut nicht eingefallen ist.

Hier das Ergebnis:

1.
Schreibe, um zu nützen und zu unterhalten.

2.
Lasse die Grenzen Deines Horizonts erkennen. Und sei neugierig, weit darüber hinaus.

3.
Schreibe nichts, was Du nicht verstanden hast, auch wenn Du abschreibst.

4.
Verbirg nicht vorsätzlich Deine Interessen.

5.
Schreibe nichts, das Du nicht auch unterschreiben würdest.

6.
Nenne einen Gedanken Gedanke, Deinen Geschmack Geschmack und ein Geschäft ein Geschäft.

7.
Stelle Dich Kritik, wenn sie reinen Herzens ist.

8.
Die Welt ist eine Bühne, befriedige den Theaterbesitzer, aber achte Dein Publikum.

9.
Überschätze Deine Leser, jedenfalls unterschätze sie nicht.

10.
Wer schreibt, weiß, dass er unsterblich ist; aber auch, dass das Leben sich daran nicht hält.


Klaus Kocks & Michael Behrent