Die „Erfolge“ der PR und die „Krisen“ der vierten Gewalt

Michael Behrent
Vortrag auf der Tagung der Erich Fromm Gesellschaft zum Thema „Macht und Medien“ am 28. Mai 2011, Mainz


Guten Morgen meine Damen und Herren,
Dank an die Veranstalter für die einführenden Worte und die Möglichkeit, hier zu sprechen. Ihr Tagungsthema ist „Macht und Medien“ und in der Einladung zur Tagung wurden schwer wiegende Fragen aufgeworfen. Wie hat sich die Medienlandschaft in den letzten Jahren entwickelt? Was sind die Mächte hinter den Kulissen? Funktioniert der kritische Journalismus noch? Und ich möchte hinzufügen: Wo führt uns die Entwicklung hin? Vor dem Hintergrund dieser Fragen möchte ich mich mit dem Verhältnis von PR und Journalismus beschäftigen.

Zunächst muss ich ein Geständnis machen: Mit dem Titel meines Vortrages führe ich Sie eigentlich ein wenig in die Irre. Gefällig nimmt er den herrschenden kulturkritischen Sound auf. Vorne steht die PR und übernimmt die Führung, und die vierte Gewalt verdient ihren Namen nicht mehr. Das ist provokant und weckt Interesse. Aber, meine Damen und Herren, es beschreibt nicht die Realitäten, so wie ich sie wahrnehme. Zum Glück sind die Verhältnisse viel komplizierter und am Ende vor allem auch hoffnungsvoller, als sie sich im Titel andeuten – wenn auch nicht unbedingt für die traditionellen Journalisten und PR-Leute, so doch für viele andere Staatsbürger und Citoyens.

Aber um dorthin zu kommen, bedarf es einiger Überlegungen. Ich fange also, im Sinne des Vortragstitels, mit einer ganz klassischen Antithese an, um dann in der Reflektion fortzuschreiten zu einem komplexeren Bild des Geschehens. Ausgehend von meiner Rolle als PR-Berater, der für die Mächte hinter den Kulissen stehen mag und Auskunft geben soll über Methoden und Manipulationen, grabe ich mich tiefer in die Realitäten der gemeinsamen Praxis von Journalisten und PR-Leuten. Geht der kritische Journalismus unter? Ist die Mediendemokratie künftig den Manipulateuren und ihren Methoden schutzlos ausgesetzt? Oder verändert sie sich insgesamt und damit auch das Berufsbild von Journalisten und PR-Leuten?

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